No Code Needed – Der Name war Programm
Januar 29, 2019
Bandcontests
August 31, 2019
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Eines der hitzigsten Themen in der Musikindustrie - vom Gitarristen bis zum Recordingengineer, vom emulierten Gitarrentop über Bandmaschinen bis zum Samplepad. Aber - wenn es etwas gibt, was eindeutig besser ist als das andere, warum gibt es dann das andere noch?

Wir haben vor etwas mehr als 5 Jahren die Entscheidung getroffen mit einem Analogpult zu arbeiten. Seit dem stellt sich regemäßig die Frage ob wir in ein wenig analoges Outboardequipment oder in ein paar Plugins um das gleiche Geld investieren sollen. Als Team haben wir den Vorteil, dass wir solche Entscheidungen diskutieren können, was die emotionale Komponente zu diesem Thema weitestgehend minimiert.


Reflektiert war das Ergebnis immer ein Abwiegen der Funktionalität. Vielleicht klingt analog besser, aber ziemlich sicher kann ich mit digitalem total Recall jederzeit Einstellungen abspeichern und neu laden. Natürlich ist Digital oft nur ein Versuch das analoge nachzuahmen - dafür kann ich jede Tom mit einem 2000€ EQ bearbeiten, was sonst in leistbaren Studios nicht so machbar ist (nicht, dass Toms das nicht wert wären). Ab einer gewissen Anzahl von Outboard Equipment in der analogen Signalkette bleibt nur noch rauschen übrig, bei Plugins gibt es schon eigene Buttons um Rauschen hinzuzufügen.

Die Liste lässt sich fast schon endlos fortführen und wir fragen uns immer wieder welche Argumente sind für uns wichtig und was können wir vernachlässigen. Das Resultat: eine pauschale Entscheidung gibt es nicht.

Interessant ist auch die Arbeitsweise beim Mixdown die durch die nahezu unbegrenzt zur Verfügung stehenden Rechenleistung nicht gerade einfacher geworden ist. Klar kann ich jetzt viel mehr teures (emuliertes) Equipment für eine Produktion verwenden als Signale kompliziert in verschiedenen Bussen abzumischen und dann gesammelt zu bearbeiten. Bei diesem "Urassen mit Plugins" sollte man sich aber fragen - ist nicht genau das sparsame Einsetzen von Equipment das, was einen guten Song ausmacht? Gerade bei Punk bis Rock ist dies ein guter Gedanke und ich bin sehr froh, dass wir ab und wann die Plug-ins zur Seite lassen (können) und zurück zum guten alten Analogpult greifen.

Und bei aller Ehrlichkeit, ganz offen: Ein Studio ohne großem Mischpult im Regieraum … ganz so weit wollen wir doch nicht gehen! :)

Euer Tom